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Scratchbot

Vor Kurzem stellten Forscher aus Großbritannien den Scratchbot vor. Dieser ähnelt einer Ratte und kann seine Umgebung einfach abtasten, wofür er eine Art Schnurrbart verwendet. Damit ist die Orientierung auch dann möglich, wenn die Umgebung komplett dunkel oder die Sicht durch starken Rauch beeinträchtigt ist. Der Scratchbot soll so etwas wie ein mechanischer Lebensretter werden, der bei der Suche nach verunglückten Menschen helfen soll. Die Entwickler des Scratchbots sagen, dass Roboter die Such- und Rettungsmissionen regelrecht revolutionieren könnten. Man nehme einmal an, ein Mensch sei unter Tage verschüttet oder wird im Wasser vermisst. Für Menschen stellen sich bei Rettungsmissionen immer wieder unüberwindbare Hindernisse dar, Roboter hingegen könnten hier ihren Einsatz finden.

Seit sechs Jahren gibt es das EU-Projekt ICEA, in dessen Rahmen der Scratchbot entstand. Der Scratchbot funktioniert dank seines Schnurrbartkonzepts, welches mit Hilfe von Kohlefasern in Zukunft weiter entwickelt werden soll.  Es gibt aber auch andere Konzepte, bei denen die Idee der Nutzung von Robotern zur Suche nach Vermissten in Folge eines Unglücks weiter gesponnen wird. So werden im Rahmen des Roboterwettbewerbs Robocup auch simulierte Verkehrsunfälle präsentiert, bei denen die Roboter helfen müssen. Sie werden per Fernbedienung gesteuert und reagieren nicht autonom. Für größere Einsätze sind die Modelle jedoch noch nicht geeignet, sie können sich zum Beispiel noch nicht eigenständig in eingestürzten Häusern bewegen.

In freien Hallen jedoch können die Roboter auf eigene Missionen gehen. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es wohl noch Jahre dauern, bis die Technik so weit fortgeschritten ist, dass die Rettungsroboter die Einsatzkräfte eigenständig unterstützen können. Der neue Scratchbot verfügt über Tastsensoren, anstatt sich auf Kameras und Laserscanner zu verlassen. Doch da die Optik nicht immer alles zeigt, könnten die Tastsensoren die Forschung hier ein gutes Stück voran bringen. Die Zukunft wird zeigen, wie erfolgreich die bisherige Forschung am Scratchbot war.